in

Was vorsichtige Anleger tun sollten: ETFs und Dividenden-Aristokraten kaufen

Was tun, wenn du ein vorsichtiger Anleger bist? Breit gestreute ETFs bieten sich dann an. Du hast zusätzlich ein Notfallpolster. Und meidest Konsumschulden.

Ein simpler ETF hat enorme Vorteile. Du verzettelst dich nicht. Hast das Risiko gestreut. Was machen aber Anleger stattdessen? Sie gehen zu ihrer Bank oder Sparkasse. Dort lassen sie sich Gebührengräber andrehen. Schließlich möchte die Bank Provisionen abschöpfen. Wie dieser Fall zeigt:

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.redditmedia.com zu laden.

Inhalt laden

PGlmcmFtZSBsb2FkaW5nPSJsYXp5IiBpZD0icmVkZGl0LWVtYmVkIiBzdHlsZT0iYm9yZGVyOiBub25lOyIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy5yZWRkaXRtZWRpYS5jb20vci9GaW5hbnplbi9jb21tZW50cy9ycnlyNzQvc3Bhcmthc3NlbmJlcmF0dW5nLz9yZWZfc291cmNlPWVtYmVkJmFtcDtyZWY9c2hhcmUmYW1wO2VtYmVkPXRydWUiIHdpZHRoPSI2NDAiIGhlaWdodD0iNjgxIiBzY3JvbGxpbmc9Im5vIiBzYW5kYm94PSJhbGxvdy1zY3JpcHRzIGFsbG93LXNhbWUtb3JpZ2luIGFsbG93LXBvcHVwcyI+PC9pZnJhbWU+PC9wPg==

Wie Schafe lassen sich manche scheren. Dann gehen sie noch zu ihrem Versicherungsvertreter. Dort werden ihnen zuweilen unnötige Produkte angedreht. Die Finanzbranche bekleckert sich nicht mit Ruhm. Schäbig finde ich, wie Verbraucher mit Riesterprodukten abgezockt werden. Die Bundesregierung hat diesen Unsinn unterstützt mit gigantischen Förderungen. Konzerne haben kein Mitleid, wenn es ums Geldverdienen geht. “Jedem das seine, mir das meiste”, denken sich die Vorstände von Allianz, Ergo und Co vermutlich.

BdV-Chef Alex Kleinlein nimmt kein Blatt vor den Mund, er fasst die Misere gut zusammen:

Realer Verlust in der Altersvorsorge mit Versicherungen ist der Normalfall geworden, die aktuell gemessenen Teuerungsraten beschleunigen diesen Trend. Rentenkürzungen bei privaten Renten oder bei Riester-Renten sind auch keine Seltenheit mehr. Wir erleben den Niedergang einer einst stolzen Branche, die sich zunehmend selbst abwickelt – dabei aber das Geld der Versicherten verbrennt.

Das kann und darf so nicht bleiben! Wir stehen an einem Scheideweg, die Menschen in Deutschland brauchen endlich eine Entscheidung, wie es mit der Altersvorsorge angesichts der alternden Gesellschaft weitergehen soll. Es geht darum, die Richtung vorzugeben. Die Politik ist mehr denn je gefordert. Abwarten und aussitzen sind keine Option!

Bis mit neuer Technologie Geld verdient wird, vergehen oft mehrere Dekaden

Die eigenständigen Aktienauswahl hat Vor- und Nachteile. Ich hab Risiken unterschätzt. Bei Solarfirmen habe ich zum Beispiel Geld in den Sand gesetzt. Spitzentechnologie ist oft Jahrzehnte davon entfernt, um in ein Produkt umgewandelt zu werden, mit dem Geld verdient werden kann. Daher ist es schwierig, in junge Wachstumsfirmen zu investieren. Die Grundlage für den Fortschritt wird meist in der Wissenschaft gelegt. 

Schau dir die Lasertechnologie an: Laser wurden 1960 erfunden, die Forscher erhielten Nobelpreise. Die Wissenschaft fand immer neue Wege. 1974 erfand sie die ersten Barcode-Scanner. 1978 den LaserDisc. Der kam schnell aus der Mode. 1982 wurden CDs erfunden und blieben im Gegensatz zur LaserDisc im Umlauf. Laserdrucker tauchten Mitte der 1980er Jahre auf. Das Militär begann, Laser für Waffen auszuprobieren. Kommunikation per Laser war ein weiteres Novum. Eben der Datentransport übers Glasfaserkabel. Medizinische Anwendungen kamen dazu. Das Lasern der Augen. Weitere Werkzeuge entwickelten Wissenschaftler.

Im Jahr 2004 wurden Laser im Wert von fünf Milliarden Dollar hergestellt. Es dauerte ungefähr 50 Jahre, bis richtig Geld mit Laser verdient werden konnte. Merke: Bis eine neue Technologie kommerziellen Durchbruch feiern kann, brauchst du Geduld ohne Ende. Siehe 3D Printing, Cannabis, Solar, E-Autos, Weltraum, Internet…

Sicherer als junge Techbuden sind alte Dividenden-Schlachtschiffe

Statt mit Tech-Startups fährst du mit etablierten Firmen sicherer. Diese zahlen in vielen Fällen eine zuverlässige Dividende. Das bedeutet Rendite! Passive Einkommensströme. Nichts ist schöner als das.

Kurzfristig kann der Aktienmarkt extrem schwanken. Langfristig steht jedoch fest, dass Aktien andere Anlagen wie Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle, Anleihen und Tagesgeld übertreffen. Dies gilt insbesondere im Niedrigzinsumfeld.

Wenn Staatsanleihen, Bausparen und Sparkonten minimale Zinsen abwerfen oder sogar nur gut sind für Nullrunden, sollten Anleger sich umso mehr nach Dividendenaktien oder ETFs umschauen. Diese können eine Einkommenslücke im Alter schließen. Vor teuren Investmentfonds am Bankschalter kann ich aber nur warnen. Absurde Ausgabeaufschläge und teure Managementgebühren machen aus den Produkten oft ein grauenhaftes Investment. Ich kann es nicht oft genug sagen.

Bei Dividendenaktien bestehen Unterschiede. Unternehmen mit höheren Dividendenrenditen haben oftmals schwache Bilanzen und geraten in Rezessionen oder Krisen in Schwierigkeiten. Ehemalige Dividendenaristokraten mussten während der Pandemie ihre Dividenden kürzen oder streichen. Daher ist bei der Wahl von Dividendenaktien nicht unbedingt die höchste Rendite ausschlaggebend. Es ist für Langfristanleger vor allem wichtig, dass die Wachstumsaussichten stimmen. Konservative Anleger schlagen dort zu, wo sie Wachstum, Stabilität und steigende Profite erwarten. All das natürlich zu vertretbaren Bewertungen.

Exxon Mobil: Die Dividenden-Maschine

Es waren brutale Jahre für Aktionäre von Öl- und Gaspapieren. Seit dem Ölpreis-Crash im Jahr 2014 kürzten die meisten Unternehmen ihre Dividenden. Die Kurse kollabierten. Firmen strichen Stellen in Rekordzahlen. Etliche kämpften ums Überleben. Sie verbrannten Geld. Exxon Mobil hatte ebenfalls Probleme. Nicht zuletzt sorgt der Klimawandel für Unsicherheit. Das Management behielt seine großzügige, steigende Dividende trotz des Gewinnrückgangs bei. Exxon Mobil gab weiter Geld für seine besten Öl- und Gasprojekte aus. Eines davon, das Offshore-Ölfeld in Guyana, entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt.

Weil Exxon Mobil während des Zykluses investierte, profitiert der Riese nun von der Erholung der Öl-Preise. Exxons Dividende ist solide. Sie rentiert mit 5,7 Prozent. Seit 38 Jahren steigt sie. Damit ist Exxon ein Dividendenaristokrat (mindestens 25 Jahre Anhebungen). Ende Oktober kündigte Exxon eine höhere Ausschüttung an. John D. Rockefeller baute Exxon 1870 auf.

Ich hab einige Exxon-Anteile im Depot. Ich habe nur 75 Stück im Wert von 6.300 Dollar. Auf dem Papier hab ich 27 Prozent mit Exxon verloren. Ich gebe aber kein Stück her und lass den Öl-Dino wie einen alten Schinken im Depot liegen:

Daneben ist der Rivale Chevron in meinem Depot, 4,5 Prozent Dividende winken hier. Ich besitze 1.310 Chevron-Aktien im Wert von 154.000 Dollar. Es werden immer mehr, weil ich massiv zukaufe über die DRIP-Pläne:

Mit Chevron stehe ich deutlich im Plus. Ich besitze die Chevron-Aktien seit über elf Jahren. Und ich werde kein Stück hergeben. Ich behalte alle meine Aktien ewig. Das ist zumindest mein Plan. So hat sich Chevron entwickelt:

Das ist der Exxon-Kurs:

Enbridge: Kanadas Dividendenaristokrat

Enbridge ist ein kanadischer Blue Chip. Er nimmt den siebten Rang im MSCI Canada ETF ein. Enbridge verfügt über eines der größten Pipelinenetze Nordamerikas. Der Riese belohnt seine Aktionäre seit Jahrzehnten mit stabilen Dividenden. Das Unternehmen hat seine Dividende während der Pandemie nicht gekürzt. Mehr noch: Es hat seine Auszahlung in den vergangenen Jahren sogar deutlich erhöht. Seit 27 Jahren steigt die Ausschüttung, damit ist der Wert ein Dividendenaristokrat. Während die Öl- und Gaspreise volatil bleiben, generieren Pipelines in der Regel stabile Einnahmen. Enbridge verwöhnt seine Aktionäre mit einer Dividendenrendite von sieben Prozent. So hat sich der Enbridge-Kurs entwickelt:

Intel: Der Chip-Gigant verdient Geld wie Heu

Ich hab mir in den vergangenen Monaten einige Intel-Aktien zugelegt. Ich hab jetzt 350 Stück und stehe mit 2,4 Prozent im Minus mit der Position:

Der Tech-Konzern steckt im Umbruch. Hat ein neues Management. Intel hat gelitten, während Rivalen wie AMD oder Nvidia durch die Decke gehen.

Tech-Unternehmen sind in der Regel keine großen Dividendenzahler. Es gibt einige Ausnahmen, insbesondere bei reiferen Techfirmen. Intel ist dank seines stabilen Halbleitergeschäfts für Personalcomputer und Rechenzentren eine Cash Cow. Obwohl dies keine Wachstumsmärkte sind, sind sie weiterhin ein einträgliches Geschäft. Inzwischen nutzt Intel seine gewaltigen Gewinne, um in andere Zukunftsbereiche vorzustoßen. Dazu gehört die Übernahme des israelischen Unternehmens MobileEye, das selbstfahrende Autos entwickelt.

Intel wird Mobileye als börsennotiertes Unternehmen ausgliedern, gleichwohl will Intel die Mehrheit behalten. Analysten schätzen, dass Mobileye 50 Milliarden Dollar wert ist. Intel hat nur 15,3 Milliarden Dollar vor vier Jahren bezahlt. Intel zahlt eine Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Pro Jahr verdient der Riese 21 Milliarden Dollar nach Steuern. Und das in schöner Regelmässigkeit. Das KGV ist mit 14 günstig. Ich finde, das ist eine Value-Chance.

Allerdings wächst Intel nicht mehr wie gewohnt. Intel feierte zwar 2020 sein fünftes Jahr in Folge mit Verkaufsrekorden. Doch ziehen dunkle Wolken auf. Der Umsatz stagnierte im ersten Quartal aufgrund des Nachfrageeinbruchs in der Sparte Rechenzentren. Intel prognostiziert einen Rückgang von sechs Prozent im Gesamtjahr. Engpässe in der Lieferkette bereiten Sorgen. Dafür ist die Bilanz ein Fels. Die Verschuldung ist minimal angesichts der gigantischen Größe.

Mein Blog leistet wohlgemerkt keine Anlageberatung. Mit den Risiken musst du selbst leben.

Bank of America: Während der Finanzkrise kaufte ich wie ein Verrückter die abgestürzte Aktie

Vor allem während der Finanzkrise legte ich mir die ausgebombte Bank of America (BAC) zu. Dank massiver Zukäufe und der DRIPs ist die Position auf 8.377 Stück angewachsen. Der Wert der Position 373.000 Dollar:

Das ist meine Bank of America Position. 1,9 Prozent Dividendenrendite zahlt die Bank. Das bringt mir allein 7.087 Dollar Dividenden im Jahr. Nicht schlecht. Damit stocke ich diese Position via DRIP auf. Mein Ziel sind 10.000 Stück.

Mein Depot wird größer. Es ermöglicht mir die Freiheit. Durch den Zinseszins explodiert der Depotwert. Ich sitze am Strand in Florida, während ich das hier schreibe. Das Meer ist erholsam. Heute möchte ich ein paar Haifisch-Zähne finden.

So hat sich die Bank of America entwickelt:

Daneben habe ich etliche Value-Aktien. Und die großen Plattformunternehmen wie Alphabet, Microsoft, Apple, Amazon, Meta, Netflix. Mein Depot startete ich mit Mini-Positionen. Mit der Zeit baute ich es aus. Und das alles mit einem Normalo-Gehalt.

Ich wünsche allen Lesern eine erfolgreiches Jahr 2022. Dass all deine Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen. Bleib gesund und munter!

Jetzt den Artikel auf TimSchaeferMedia.com lesen

Beitrag melden

Written by Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer lebt seit dem Frühjahr 2006 in New York. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag und Börse Online, zwei führende deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für das aktien-Magazin und die Börsenbriefe Prior Global und Prior Börse.

What do you think?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

GIPHY App Key not set. Please check settings

    Projekt 100.000 Euro bis zum 30. Lebensjahr

    DER GROSSE CRYPTO JAHRESRÜCKBLICK 2021!! MEINE BESTEN INVESTMENTS?!