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Üppige Depots, Kryptos, wertvolle Immobilien: Angestellte kündigen in Rekordzahlen

In den USA und Großbritannien kündigen Angestellte in Scharen. Sie haben die Schnauze voll. Einige haben genug gespart. Ihre Depot sind voll. Die Immobilien sind im Wert nach oben geschnellt. Manch einer hat Bitcoin und andere Kryptos. Sie gehen in die finanzielle Freiheit. Arbeitgeber sind überrascht über die vielen Kündigungen. Es entstehen Lücken. Unbesetzte Stellen wieder zu besetzen, fällt Arbeitgebern schwer.

Auf Reddit gibt es eine Antiwork-Community, deren Umfang enorm ist. 1,4 Millionen Follower sind es schon:

Manche beginnen nach der Kündigung ein freiberufliches Projekt. Es gibt äußerst Erfolgreiche. Emily Atkin startete einen Newsletter. Die Umweltreporterin verdient jetzt mehr Geld als zuvor in ihrer Vollzeitstelle. Sechs Monate nach der Gründung hatten mehr als 20.000 ihren Heated-Newsletter abonniert. Ihr Dienst, der über die Klimakrise berichtet, nimmt sechsstellige Beträge im Jahr ein.

Simon Betschinger baute ein Verlags- und Softwarehaus auf

Simon Betschinger lernte ich in Frankfurt als Praktikant kennen. Er hatte keine Lust auf einen Job als Angestellter. Er baute als Student einen Börsenbrief auf. Diese Erfahrung nutzte er später, um Traderfox mit einem Freund zu gründen. An seinem Software- und Verlagshaus mit Sitz in Reutlingen hat sich mittlerweile der Axel Springer-Konzern beteiligt. Ich schreibe als Freiberufler für das “aktien Magazin”, das zu Traderfox gehört. Simon hat das clever gemacht.

Kolja Barghoorn, Michael C. Jakob, Torsten Tiedt: Sie haben es geschafft

Kolja Barghoorn kann ja eine ähnliche Erfolgsgeschichte vorweisen mit seiner “Aktien mit Kopf”-Community. Auf YouTube hat er fast 300.000 Abonnenten. Oder nimm AlleAktien: Jungunternehmer Michael C. Jakob gestaltet seine Website samt Podcasts professionell. Alle Achtung! Oder Rivale Torsten Tiedt. Auch er machte seine Leidenschaft zum Beruf. Seine Website Aktienfinder ist eine Gelddruckmaschine. Das hat er dem Bayerischen Rundfunk verraten.

Es gibt diese Überflieger. Aber mehr, die scheitern. Wie viele schreiben ein Buch, das dann niemand kauft? Die ersten Jahre sind selbst bei den Erfolgreichen ziemlich hart. Es wird geschuftet. Es bleibt kaum Zeit. Und noch was: Gründer geraten sich zuweilen in die Wolle.

Mit wenig privaten Ausgaben und einem wachsenden Depot baust du Freiheiten auf

Wer Schuldenberge meidet, hat mehr Möglichkeiten. So kannst du eher den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Natürlich gelingt nicht jedes Projekt. Wer im Job ist, dem würde ich raten, durchzubeißen und nicht leichtfertig zu kündigen. Bau dir erst ein üppiges Depot auf. Dann kannst du eventuell nebenberuflich ein kleines Projekt starten, um zu sehen, ob es einen Bedarf gibt.

Es gibt keinen perfekten Weg, sondern viele Wege. Es ist wie beim Investieren. Jeder hat seine eigene Methode, Aktien zu analysieren. Es gibt keine perfekte Kennzahl, um Aktienrenditen vorherzusagen. Die Daten, die du benötigst, sind überall verfügbar. Wall-Street-Häuser, AI-Computer, Stockpicker rechnen sekündlich alles durch. Die meisten scheitern, den Index zu schlagen. Daher ist ein ETF ein herrliches Produkt. Meiner Meinung nach sollte jeder einen ETF/Indexfonds als Basis besitzen. Und nicht jeder sollte sich selbstständig machen. Die meisten denken freilich, das Gras ist viel grüner auf der anderen Seite. Aber das ist nicht immer der Fall.

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Written by Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer lebt seit dem Frühjahr 2006 in New York. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag und Börse Online, zwei führende deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für das aktien-Magazin und die Börsenbriefe Prior Global und Prior Börse.

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