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Ubisoft und CD Projekt: 2 heiße Turnaround-Aktien aus dem Spielebereich

Die Inflation nagt unentwegt an deinem Vermögen. Alles wird teuerer: Strom, Gas, Krankenkasse, Lebensmittel, Abwassergebühr, Klopapier… Es gibt wenig Möglichkeiten, um dein Vermögen vor der Geldentwertung zu schützen. Tagesgeld kannst du vergessen. Bausparen bringt wenig, zumal du beim Abschluss des Bausparvertrags ein Prozent der Abschlusssumme als Gebühr verlierst.

Und bei Riester-Verträgen zocken Anbieter ihre Kunden mit absurden Gebühren ab. Ich finde es widerlich, was die Branche sich erlaubt. Dass die Bundesregierung die Gebühren nicht gedeckelt hat, ist mir schleierhaft:

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Was kannst du stattdessen machen? Dividenden sind eine Lösung. Was bleibt sonst noch? Bloß nicht zum Bankverkäufer gehen. Dann verdient nämlich in erster Linie die Bank. Es ist nicht der beste Ansatz. Ich kann es nicht oft genug sagen. Besser ist: Einen ETF kaufen. Dieser FTSE All World von Vanguard ist einer meiner Favoriten. Hier bekommst du etwa 1,5 Prozent Dividende. Die Kosten sind gering.

Ohne Risiko keine Gewinne

Langfristig haben Börsianer bislang immer Gewinn gemacht. Kurzfristig wird es sehr wahrscheinlich Verluste geben. Im Idealfall fängst du so jung wie möglich mit dem ETF-Sparen an. Selbst im Alter von 50 Jahren ist es nicht zu spät. 15 Jahre sind ausreichend Zeit, um eventuell ein Polster von 80.000 oder 200.000 Euro aufzubauen. Besser ist es natürlich, wenn du 500.000 Euro im Depot zusammen hast.

Wie du 1.600 Euro im Monat im Schlaf verdienen kannst

Wer 500.000 Euro im Alter von 65 hat, kann 20.000 Euro im Jahr entnehmen. Basis ist die Vier-Prozent-Formel. Das sind 1.600 Euro im Monat. Wohlgemerkt vor Steuern. Das ist nicht von schlechten Eltern. Ein schönes zusätzliches passives Einkommen neben der gesetzlichen Rente ist das.

Unter Annahme der historischen S&P-Performance wird es Kapitalgewinne geben, so dass sich trotz Entnahmen dein Geld in zehn Jahren möglicherweise verdoppeln kann. Freilich musst du die Inflation berücksichtigen.

Natürlich können unerwartete Ausgaben, Verletzungen/Krankheiten im Alter jederzeit vorkommen. Das kann Pläne durcheinander wirbeln. Aus diesem Grund möchtest du ein bequemes Finanzpolster haben. Es geht ja nicht darum, um im (Früh-)Ruhestand wie Gott in Frankreich zu leben. Nein, es soll dir gut gehen. Mehr nicht. Sei fleißig. Bleib bodenständig. Vermeide unnötige Ausgaben. Dann wird dein Ruhestand komfortabel sein.

Um es zusammenzufassen: Für einen längeren Zeithorizont sind Aktien ratsam. Aber wie? Einzelne Aktien zu kaufen ist riskant. Denk an Lehman Brothers, Wirecard, den VW-Skandal, den Absturz der Deutschen Bank, die Pleite von General Motors… Die von den Banken empfohlenen aktiven Fonds verlangen beim Kauf teure Ausgabeaufschläge (3 bis 5,5 Prozent). Hinzu kommen hohe laufende Kosten (1,5 bis 3 Prozent) pro Jahr. Das sind verrückte Kosten.

Dirk Müllers Fonds ist ein Rendite-Flop

Auch medial präsente Gurus wie Dirk Müller (Mr. DAX) oder Frank Thelen halten vielleicht nicht immer, was Anleger von ihnen erwarten. Mit Müllers “Premium Aktien R”-Fonds haben Sparer Geld verloren. Manchmal wird in der Branche nur Luft in Tüten verkauft – ein teures Lehrgeld für Verbraucher.

Ich sage es gebetsmühlenartig, weil Leser mich ständig fragen: Es gibt einen Ausweg aus der Misere, es sind ETFs. Die sind mittlerweile nahezu gratis. Ich besitze einzelne Aktien und ETFs. Ich bin ein Fan von ETFs.

Festzinsanlagen, Anleihen, Bausparen, Tagesgeld

In der Nullzinsphase macht es keinen Sinn, in Anleihen, Tagesgeld oder zeitlich gestaffeltes Festgeld und Sparbriefe zu investieren. Langfristig sind Aktienmärkte der richtige Weg. Gerade wenn du ein erhebliches Vermögen aufbauen willst. Der Nutzen von Rohstoffanlagen ist umstritten. Eine Anlage solltest du gründlich überlegen.

Was ist mit der Ubisoft Aktie los?

Wählst du einzelne Aktien aus, bleiben dir Fehlgriffe nicht erspart. Zur Zeit leiden viele Spiele-Anbieter. Nimm den französischen Videospieleentwickler Ubisoft. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs halbiert:

Die neuen Spiele waren kein Hit. Aber die Marke ist stark, so dass der Kurs wieder steigen wird, denke ich. Das KGV beträgt nur 18. Die Gründerfamilie besitzt ein großes Aktienpaket. Derweil sind die Nachrichten freilich nicht gut. Ubisofts Vorstoß ins NFT-Segment stieß auf Widerstand.

Es besteht Hoffnung. Ubisoft will in Zukunft mehr auf Free2Play und mobile Spiele setzen. Das macht Sinn. Der Vorstand will die Abhängigkeit von großen AAA-Spielen reduzieren.

CD Projekt: Polnischer Spieleanbieter kollabiert

Spannend ist nach dem Absturz auch der polnischen Videospielentwickler CD Projekt. Der Kurs ist von 100 auf 43 Euro kollabiert:


Die Hiobsbotschaften rissen nicht ab: Das mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattete Ballerspiel Cyberpunk 2077 floppte, es gab technische Problemen. Hacker stürzten das Unternehmen mit einer Cyberattacke in ein Chaos. Anleger klagten auf Schadenersatz. Das KGV beträgt nun 36. Die Warschauer sind einer der größten Player weltweit. Aber der Börsenwert ist mit 4,2 Milliarden Euro moderat. Die Krise kann eine Chance sein.

1994 von 2 Freunden gegründet

Im Mai 1994 gründeten die Schulfreunde Marcin Iwi?ski und Micha? Kici?ski das Unternehmen. Marcin Iwi?ski verkaufte schon als Schüler Kopien westlicher Videospiele auf einem Warschauer Marktplatz. Damals lag Polen noch im Einflussbereich der Sowjetunion. Nach dem Übergang Polens zu einer marktorientierten Wirtschaft in den frühen 1990er Jahren begannen Iwi?ski und Kici?ski, Spiele von US-Einzelhändlern zu importieren. Sie waren die ersten Importeure von CD-ROM-Spielen. Sie gründeten CD Projekt mit nur 2.000 Dollar. Sie nutzten die Wohnung eines Freundes als ihr mietfreies Büro.

Nach der Gründung fingen sie an, ausländische Videospiele im Inlandsmarkt zu vermarkten. Später stiegen sie in die Spieleentwicklung ein. Die Abteilung für die eigenen Spiele nannten sie CD Projekt Red. 2007 gelang der Durchbruch mit der Witcher-Reihe. Sechs Jahre später starteten die Geschäftsmänner den digitalen Videospiel-Vertrieb GOG.com, der ursprünglich Good Old Games hieß. Heute hat GOG Tausende Spiele im Katalog, mit 600 Publishern weltweit bestehen Kooperationen.

The Wicher 3: Bestseller

Das Action-Rollen-Spiel Witcher 3 zählt zu den Top-Sellern. Als eine TV-Show auf Netflix dazu kam, erlebte The Witcher einen weiteren Schub. Ein andere Gelddruckmaschine sollte das Ballerspiel Cyberpunk 2077. Für die Entwicklung eröffnete der Vorstand eine neue Abteilung in Breslau.

Geldprobleme nach der Gründung

Zunächst mussten nach der Gründung kleine Brötchen gebacken werden. Die Anfänge waren hart. Das Unternehmen übersetzte in den ersten Jahren wichtige Videospiele ins Polnische.

Als CD Projekt gegründet wurde, bestand ihre größte Herausforderung darin, die Piraterie von Videospielen zu überwinden. Das Unternehmen war eines der ersten in Polen, das Spiele mit Lokalanstrich versah. Die meisten ihrer Produkte gingen über kleine Läden an die Verbraucher. Einer der ersten Bestseller war „Ace Ventura“. Während frühere Lizenzen nur ein paar hundert Mal verkauft wurden, verkaufte Ace Ventura mehrere tausend Kopien. Der Erfolg lag im heimischen Ansatz. Ein Mitarbeiterteam übersetzte die Spiele ins Polnische. Kaum ein Konkurrent machte sich die Arbeit, die Texte vom Englischen ins Polnische zu übersetzen. Um die Popularität in Polen zu erhöhen, fügte CD Projekt der Verpackung der Spiele Gegenstände hinzu.

Sie stellten bekannte polnische Schauspieler ein, um Charaktere zu synchronisieren. Ihr erster Versuch mit „Baldur’s Gate“ war erfolgreich mit 18.000 verkauften Einheiten, die am Veröffentlichungstag ausgeliefert wurden.

Die Unternehmensphilosophie

Gründer Marcin Iwi?ski ist ein Rebell. Er bringt es so auf den Punkt:

„In dem Moment, in dem wir anfangen, konservativ zu werden und aufhören, kreative Risiken und Geschäftsrisiken einzugehen und aufhören mit dem, was wir tun, treu zu bleiben, sollten wir uns Sorgen machen. Und ich mache mir keine Sorgen. Unsere Werte und unsere Sorgfalt für das, was wir tun (…) treiben dieses Unternehmen voran. Es ist mein persönlicher Schrecken, ein gesichtsloser Gigant der Spieleentwicklung (…) zu werden. Solange ich hier bin, werde ich dafür kämpfen, dass dies nicht passiert.“

Er achtet auf eine hohe Qualität der Spiele. Die Top-Etage konzentriert sich auf die Entwicklung von Rollenspielen. Konsumenten macht der Vorstand zu seiner Priorität. Das Führungsteam glaubt, dass kostenlose Inhalte ein Standard sein sollten. Es veröffentlichte daher etliche kostenlose Games. Dazu zählt das Jagdspiel „Wild Hunt“.

Es gab Übernahmeversuche

Die Unabhängigkeit des Unternehmens hat Priorität. Die Gründer lehnten offenbar einen Übernahmeversuch ab. Es wurde gemunkelt, dass Electronic Arts versucht hat, CD Projekt zu kaufen. Dies wurde zwar offiziell bestritten. Doch ist es vorstellbar. Die beiden Gründer besitzen zusammen rund 23% der Aktien. Die anderen Aufsichtsräte halten weitere 10%. CD Projekt ist im Warschauer Börsenindex WIG20 enthalten.

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Written by Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer lebt seit dem Frühjahr 2006 in New York. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag und Börse Online, zwei führende deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für das aktien-Magazin und die Börsenbriefe Prior Global und Prior Börse.

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