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Nur 4% der Aktien sind langfristig echte Überflieger. Sie zu erwischen, ist unwahrscheinlich

Ein Index macht dich mit der Zeit reich. Sehr reich sogar, wenn du eifrig sparst.

Wer sein Depot dagegen selbst zusammenstellen will, der steht vor einer Herkulesaufgabe. Die richtige Aktienauswahl ist nämlich schwierig. Viele Privatanleger und Profis scheitern daran. Der Energiesektor war zum Beispiel ein dominierender Sektor in den 1970er Jahren. Es standen damals Exxon, Chevron und ConocoPhillips an der Spitze. Heute ist die Branche nur ein Schatten seiner selbst, die noch vier Prozent des S&P 500 ausmacht. Während der Index stark stieg, verloren Öl- und Gaswerte an Bedeutung.

Die US-Börse wurde in den vergangenen zehn Jahren von 7 Tech-Werten getragen. Eben Apple, Amazon, Google, Facebook, Microsoft, NVIDIA, Tesla. Wer in einen entsprechenden ETF investiert hat, profitierte.

Was lernst du daraus? Mit dem Index auf Basis der Marktkapitalisierung zu investieren, lohnt sich. Es ist der einfachste Weg, um ein Vermögen aufzubauen. Und wohl der sicherste.

Es gibt nämlich ganz wenige Rennpferde an der Börse. Genau diese als Anleger zu erwischen ist unwahrscheinlich. Eine Studie ergab, dass nur vier Prozent der US-Aktien zwischen 1926 und 2016 einmonatige Staatsanleihen (T-Bills) übertrafen.

Die wissenschaftliche Ausarbeitung von Hendrik Bessembinder, der die Renditen einzelner US-Aktien über 90 Jahre analysiert hat, ist hier zu finden: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2900447. Die wichtigsten Lehren sind:

  • Von 1926 bis 2016 haben nur 42,6% der Aktien mit einer Buy-and-Hold-Strategie (einschließlich reinvestierter Dividenden) einmonatiger Schatzanweisungen übertroffen.
  • Mehr als die Hälfte der Aktien lieferte negative Lifetime-Renditen.
  • Das am häufigsten beobachtete Ergebnis einzelner Aktien während ihrer gesamten Laufzeit ist ein Verlust von 100 Prozent.
  • Auf die 1.092 leistungsstärksten Unternehmen, etwas mehr als 4 Prozent der Gesamtzahl, entfällt die gesamte Nettovermögensbildung (Rendite über 1-Monats-Schatzanweisungen).

Bemerkenswerte Aussagen aus der Studie

„Nur fünf Unternehmen (Exxon Mobile, Apple, Microsoft, General Electric und International Business Machines) machen 10 % der gesamten Vermögensbildung aus. Die 90 leistungsstärksten Unternehmen, etwas mehr als ein Drittel von 1 % der Unternehmen, stellen zusammen mehr als die Hälfte des Vermögensaufbaus dar. Die 1.092 leistungsstärksten Unternehmen, etwas mehr als 4% der Gesamtzahl, machen den gesamten Nettovermögensaufbau aus (Erträge von mehr als einmonatigen T-Bills ). Das heißt, die verbleibenden 96% der Unternehmen, deren Aktien in den Daten aufgeführt sind, erzielen zusammen einen lebenslangen Dollargewinn, der den Gewinnen der einmonatigen Schatzwechsel entsprach.”

Der Grund, warum der S&P so gut abschneidet, liegt darin, dass die wenigen Unternehmen, denen es gut geht, eine hohe Marktkapitalisierung haben und entsprechend hoch gewichtet sind.

Weil es fast einer Lotterie gleicht, die 4% der Überflieger zu erwischen, schneidet die Mehrheit der Leute, die Aktien auswählen, schlecht ab. Ganz zu schweigen von Steuern und Transaktionskosten, die zusätzlichen Schaden anrichten.

Es ist wie im Profi-Sport: Nur wenige können davon finanziell leben

Deshalb sind Indexfonds eine clevere Sache. Professor Bessembinder verglich das Investieren in einem Interview mit der professionellen Leichtathletik. Nur wenige könnten davon leben. Wer gutes Geld im Hochleistungssport verdiene, sollte es machen. Der Rest werde scheitern:

Es gibt einige Anleger (vielleicht nur wenige) mit den richtigen Fähigkeiten, um einen komparativen Vorteil bei der Identifizierung falsch bewerteter Wertpapiere zu erzielen. Und insbesondere bei der Identifizierung von Aktien, die das Potenzial haben, große Gewinner zu werden. Ich ziehe gerne eine Analogie zur professionellen Leichtathletik.

Während es einige wenige gibt, die den richtigen komparativen Vorteil haben, um ihren Lebensunterhalt mit ihren sportlichen Fähigkeiten zu verdienen, sollten die meisten von uns ihren Hauptjob behalten. Allgemeiner gesagt braucht die Wirtschaft einige aktive Investoren, um die Märkte einigermaßen effizient zu halten – wir können nicht alle Indexer sein. Für diejenigen Anleger, die keinen komparativen Vorteil bei der Identifizierung falsch bewerteter Wertpapiere oder die Fähigkeit haben, Manager mit diesen Fähigkeiten zu identifizieren, verstärken die Beweise in meinem Papier die Argumente für kostengünstige Indexfonds. Für Anleger mit dem richtigen komparativen Vorteil geben die Beweise in meinem Papier Hinweise darauf, was möglich ist.

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Written by Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer lebt seit dem Frühjahr 2006 in New York. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag und Börse Online, zwei führende deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für das aktien-Magazin und die Börsenbriefe Prior Global und Prior Börse.

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