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Familienvater Mitte 40: Ich fing spät mit dem Aktiensparen an. Aber besser spät als nie

„Eine der Lehren der Geschichte ist, dass die Zeiten, in denen die Preise hoch sind, genauso wenig anhalten, wie die schlechten Zeiten ewig dauern.“ Das sagt der Chef von Chevron, Michael Wirth, kürzlich bei der Vorlage der Quartalszahlen. Das trifft nicht nur auf die Ölpreise, sondern auch auf die Börse zu. Ich fand das Zitat klasse.

Ich erhielt einen spannenden Leserbrief von Moe, der erst mit Mitte 40 mit dem Investieren begann. Er sagt aber zurecht: Besser spät, als nie.

Hallo Tim,

zunächst einmal vielen Dank für deine Videos auf YouTube, die ich immer sehr interessiert und gerne anschaue. Nach all den Jahren habe ich für mich wohl erkannt, warum deine Videos so erfolgreich und sehenswert sind. Es liegt an der Einfachheit (absolut positiv gemeint). Du zeigst rund um New York das wahre Leben und dies ist nunmal für viele Menschen interessant, die z.B. auf Dokus stehen.

Nun zu mir, ich heiße Moe und wohne in Köln. Ich habe drei Kinder und bin leider erst seit ca. 2,5 Jahren in Aktien investiert. Wenn man Mitte 40 ist, kann man schon sagen, dass es relativ spät ist, um mit Aktiensparen zu beginnen, aber besser als nichts ist es allemal. Mein Portfolio habe ich so aufgebaut, dass jedes Kind irgendwann mal drei Aktienpositionen erben wird. Insgesamt habe ich derzeit neun Positionen. Ich konzentriere mich auf Dividendenaktien aus den USA und achte darauf, dass es (aus meiner Sicht) Qaulitätsfirmen sind, die vier Mal im Jahr Dividende zahlen. Angefangen im Januar, als drei Unternehmen eine Dividende zahlen, drei im Februar und drei im März. Dann je Quartal fortlaufend.

Das sind meine 9 Dividendenperlen

Bei allen Unternehmen habe ich mir etwas gedacht, so kann ich Nachts beruhigt schlafen, auch wenn es an der Börse turbulenter wird. Wenn du wissen möchtest, welche Werte ich besitze, dann kann ich es gerne ausführen:

  1. Comcast
  2. Merck & Co.
  3. Illinois Tool Works
  4. AT&T
  5. Texas Instruments
  6. Procter & Gamble
  7. Intel
  8. Walgreens
  9. 3M Co.

So bekomme ich jeden Monat meine Dividende.

Dies ist der derzeitige Stand und kann irgendwann an Positionen weiter anwachsen. Aber es ist jetzt schon schön, wenn man monatlich ordentlich Dividenden erhält, um diese wieder zunächst zu investieren. Dies ist in der heutigen Zeit ein schönes zusätzliches kleines Einkommen und ich spare weiter jeden Monat für Monat. Abgerechnet wird irgendwann am Ende. 😉

Ich arbeite im IT-Bereich für eine Versicherung

Meine Freunde nennen mich Moe. Ich bin in der IT im Bereich Telekommunikation tätig für einen Versicherer. Dort arbeite ich schon über zehn Jahren. Also ich bin auch verheiratet und wie gesagt, Vater von 3 Kindern, die auch selbst jeden Monat in den Vanguard FTSE All World ETF einzahlen. Genau genommen machen dies meine Frau und ich, da sie noch jung sind. Wohl aber wissen sie, was das ist und je größer sie werden, umso interessierter sind sie, ein passives Einkommen via Dividenden Aktien aufzubauen.

Relativ spät habe ich mit Aktien und ETF begonnen, dass soll meinen Kindern nicht genau so passieren. Klar kann man z.B. unserer Gesellschaft oder gar den Schulen die Schuld geben, das dass Thema Vermögensaufbau fast gar nicht gelehrt wird, aber es bringt nichts. Jeder sollte für sich frei entscheiden, aber zumindest informiert sein, dass es mehr gibt als nur Versicherungen, Bausparen und KEINE Zinsen auf Guthaben. 

Mein Depot habe ich bei der ING, der ETF-Sparplan ist dort kostenlos

Mein Depot habe ich bei der ING, was für Aktien nicht der günstigste Anbieter ist, aber da dort ETF‘s via Sparplan kostenlos ausgeführt werden, ab einem Euro, ist ING dann doch ein guter Broker, wie ich finde. Die Größe des Depots ist noch nicht nennenswert – leider (erst ca. 21.000 €). Aber das habe ich in 2,5 Jahren geschafft.

Klar habe ich anfangs schnell Geld verdienen wollen, aber das hat, oh Wunder, nicht geklappt. Ich habe insgesamt ein paar Tausend Euro in den Sand gesetzt. Erst nach ca. zwei Jahren fing ich an, mehr und mehr zu verstehen und habe tatsächlich Anfang des Jahres einige gute Trades gemacht mit Exxon, HP (bevor Warren Buffett eingestiegen ist) und T. Rowe Price. Ich habe gelernt, nicht zu gierig zu werden und alle 3 Unternehmen dann doch verkauft, obwohl ich sie halten wollte, da ich kein Trader im klassischen Sinn bin. Aber genau das hat mich zu meinen jetzigen Aktien gebracht und diese bereiten mir gerade jetzt in einer schwierigen Marktphase keine Bauchschmerzen.

Ich werde sie weiter halten und die Positionen ausbauen. Irgendwann eventuell,  kommen vielleicht noch drei weitere Positionen dazu. Zu viele möchte ich aber nicht haben, da ich es so sehe wie Charlie Munger. Er sagt ja, dass es nur eine Handvoll guter Unternehmen braucht, um ein glückliches Leben zu haben im übertragenen Sinne. (Das Foto ist ein Beistellbild).

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Written by Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer lebt seit dem Frühjahr 2006 in New York. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag und Börse Online, zwei führende deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für das aktien-Magazin und die Börsenbriefe Prior Global und Prior Börse.

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