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Das heilige Sparbuch! Die Deutschen lieben den Renditekiller

Von Benzin über Mieten bis hin zu den Lebensmitteln – alles wird teurer. Die Inflation trifft Menschen überall. Es tut weh. Im Geldbeutel herrscht Flaute. Deshalb kündigen mehr Bürger ihre Abos, sie suchen nach Sparmöglichkeiten. 1,5 Millionen Engländer kündigten beispielsweise ihren Streamingkanal. Aus diesem Grund ist auch am Freitag Netflix um 35 Prozent abgestürzt.

Auf Basis der Daten des US-Arbeitsministeriums stiegen die Preise für Konsumgüter im März gegenüber Februar um 1,2 Prozent und im Jahresvergleich um 8,5 Prozent. In Deutschland schnellt die Inflation ebenfalls in die Höhe, auf Rekorde.

Der deutsche Ernährungsmisnister Cem Özdemir verlangt eine Steuerbefreiung von Gemüse und Obst sowie Hülsenfrüchten. Ähnliche Forderungen stellt das Umweltbundesamt. Das macht Sinn. In New York sind seit langer Zeit unverarbeitete Lebensmittel freigestellt von der Mehrwertsteuer.

Die Deutschen und ihr Sparbuch – eine innige Liebe wie eine Umfrage zeigt

Das Wichtigste, was du in Zeiten mit hoher Inflation mit deinem Geld tun kannst: Vermeide den Großteil auf einem Sparkonto mit niedrigen Zinsen zu lassen. Aber genau das tun viele Deutsche. Es ist irre. 45 Prozent parken ihr Geld auf dem Sparbuch, das zeigt eine Umfrage. Auf Tages- und Festgeld setzen 38 Prozent.

Im Moment bekommst du auf einem Bankkonto so gut wie keine Zinsen oder sogar Negativzinsen. Wenn du dann eine Inflation von sechs bis sieben Prozent hast, verlierst du massig Geld. Wenn deine Habenzinsen auf dem Bankkonto jeden Monat 0,0001 Prozent bringt, aber die Inflation bei sieben Prozent liegt, sinkt der Wert deines Guthabens in einem Jahr um sieben Prozent.

Bankeinlagen sind folglich ein grottenschlechter Ort, um dein Geld zu parken. Investier besser langfristig in einen ETF bzw. Indexfonds. Diese Anlageformen streuen das Geld automatisch. Trotz der Volatilität übertrifft die Weltbörse und der S&P 500 traditionell die Inflation. Sparbücher, Tagesgelder sind nur für den Notgroschen nötig. Hier hast du vielleicht 2.000 oder 5.000 Euro für den Notfall liegen – je nach deinem Budget und Einkommen. Aber mehr nicht. Denn dies führt zu unnötigen Geldverlusten durch die Inflation. Zu sparen mit einem Realverlust macht keinen Sinn. Besser ist es in die Aktienmärkte schrittweise zu investieren. Die Menschen müssen endlich den Unterschied verstehen zwischen den beiden Anlageformen. Hier findest meine Kolumnen aus dem “Aktien Magazin”, wo ich solche Dinge erkläre.

Klar sind die Aktienmärkte volatil. Und zur Zeit sinken sie. Trotzdem bringt die Börse die höchste Rendite aller Assetklassen. Nicht einmal der DGB scheint das zu verstehen. Die Gewerkschaft spricht sich gegen die Aktienrente in Deutschland aus. Und die Argumente sind hanebüchen.

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Written by Tim Schäfer

Der Journalist Tim Schäfer lebt seit dem Frühjahr 2006 in New York. Wöchentlich berichtet er über die Geschehnisse an der Wall Street für Euro am Sonntag und Börse Online, zwei führende deutschen Wirtschaftspublikationen. Darüber hinaus schreibt er für das aktien-Magazin und die Börsenbriefe Prior Global und Prior Börse.

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